Autobahn A100 nach Berlin-Treptow: Fehlende Dankbarkeit!

Baustellenschild Autobahn A100 nach Berlin-Treptow: Fehlende Dankbarkeit!Die Anwohner des zukünftigen Autobahnabschnitts von Neukölln nach Treptow scheinen noch nicht flächendeckend die gebotene Dankbarkeit für die neue A100-Trasse an den Tag zu legen.

Da werden nun seitens des Senats und des Bundes weder Kosten noch Mühen gescheut, um deren Wohnumfeld ,,aufzuwerten“. – Kosten dahingehend, dass fast unfassbare 500 Millionen Euro für das Bauprojekt zur Verfügung stehen und Mühen in dem Sinne, dass mit hohen Aufwand u.a. hunderte Kleingärten, Bäume und sogar mehrere Wohnhäuser beseitigt wurden. – Und nun das:
Auf einem Hinweisschild für die Autobahnbaustelle erwidert jemand auf die Aussage: „Wir bauen für Sie“ einfach: „Äh, für mich nicht!“.
Okay, vielleicht wurde dieser ja gar nicht gefragt, vielleicht wohnte er auch in einem der abgerissenen Häuser und möglicherweise gehört er zu den 50% der Haushalte in Berlin, die gar kein Auto besitzen und somit direkt von der Autobahn (bis auf die eingeatmeten Stickoxide) nichts haben.
Egal, diese Kleinigkeiten sollten seinen Blick auf die großartige Politik des Senats im Sinne des Bewahrens altgedienter Denkstrukturen nicht vernebeln. Wo gewisse Kräfte schon von irgendeinem ökologischen Umbau ganzer Städte daherreden, investiert er traditionsbewusst in altbewährten Beton. Wie soll man auch ansonsten, wenn in Zukunft der Klimawandel sich immer mehr bemerkbar macht, den besonders stark aufgeheizten Städten schnell entfliehen, wenn nicht mit Hilfe neuer Stadtautobahnen? Aber soweit denkt wohl der ein oder andere nicht.

Ein bekennender Autofahrer kontra Weiterbau der Stadtautobahn A100

Dieses Statement eines Berliner Autobahrers zur geplanten Verlängerung der Stadtautobahn A100 und zur Verkehrpolitik wurde im Juni 2015 verfaßt und ging gleichermaßen an Parteien, Fraktionen des Bundes und des Abgeordnetenhauses sowie entsprechende Ministerien des Bundes/ Senatsverwaltungen Berlins und an die Presse, im wesentlichen ohne Reaktion.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich las heute, dass die Weiterführung A 100, Treptow–Lichtenberg, in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wird, Anlass für mich, dazu Gedanken darzulegen.
Ich bin Autofahrer und mag auch gute Autostraßen, dies sei vorausgeschickt.
Dieses Projekt A 100 derzeit und auch mittelfristig weiter zu verfolgen, wirft kein gutes Licht hinsichtlich Bürgernähe, Weitsicht und Kompetenz auf die politischen Entscheidungsträger.
In Berlin, wo bekanntlich die Finanzlage eher nicht rosig ist, wo nachweislich fast kein größeres , mittleres oder kleineres Projekt zeitnah fertig wird und im Regelfall mit einer Kostenexplosion verbunden ist, solch ein Projekt jetzt oder bald zu starten, hinterlässt nur verblüffte Bürger. So, wie mein gesamter Bekanntenkreis, sage ich, bei diesem Projekt geht es doch nicht etwa um Verbesserung einer Verkehrssituation, sondern um politische Macht- und Durchsetzungsspiele, die Kosten werden kleingerechnet, die Ehrlichkeit politischen Wirkens wird ausgehebelt. Ein bekennender Autofahrer kontra Weiterbau der Stadtautobahn A100 weiterlesen

“Info“-Tag “Was macht eigentlich… die A100?” am 9.7.2015

Transparent "Arm aber Autobahn" vor dem A100-Infopunkt in Berlin-NeuköllnBericht über den “Info“-Tag “Was macht eigentlich… die A100?” am 9.7.2015, zu dem der Staatssekretär der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Christian Gaebler und der Leiter der Abteilung Tiefbau, Lutz Adam eingeladen hatte.

Die Teilnehmer_innenanzahl war auf 40 Plätze limitiert. Um sich anzumelden, musste man auf der Webseite der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt seine E- Mail- Adresse angeben. Man bekam dann eine Anmelde-E-Mail zugesandt, die man dann am Veranstaltungstag vorzeigen sollte.

9. Juni 2015, 15.30 Uhr. Vor dem A100-”Infopunkt” in der Sonnenallee

Vor dem Veranstaltungsort protestierten einige A100 Gegner_innen gegen die vom Senat inszenierte “Schauveranstaltung“.
Im Veranstaltungsraum wurde offenbar nicht so genau überprüft, ob Teilnehmer_innen eine Anmeldebestätigung vorweisen können. Man musste aber seinen Namen und Unterschrift in eine Liste eintragen.

Zu Beginn der Veranstaltung blieben einige Plätze leer. Dies ist bemerkenswert, weil auf der Senats-Homepage die Veranstaltung bereits vor längerer Zeit als ausgebucht galt. Und obwohl noch Plätze frei waren, wurde interessierten Bürger_innen der Zutritt zu der Veranstaltung verweigert. Offenbar mit der Begründung, sie hätten keine Anmeldebestätigung.

Die Einleitung wurde durch Staatsekretär Christian Gaebler durch geführt. Unter dem Stichwort ”Transparente Verwaltung” wurde anschließend von Lutz Adam, dem Leiter der Abteilung Tiefbau bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, ausführlich über die Arbeitsbereiche und Strukturen der Abteilung Tiefbau informiert. “Info“-Tag “Was macht eigentlich… die A100?” am 9.7.2015 weiterlesen