Argumente gegen A100

Es gibt zahlreiche Gründe, die gegen den Ausbau der Stadtautobahn A100 sprechen. Wir stellen hier einige von vielen vor:

Die Stadtautobahn A100 zerstört Wohnungen und zerschneidet gewachsene Kieze.
Neben 300 Gärten, das sind über 12 Hektar Stadtnatur, wurden für die Verlängerung nach Treptow in der Beermannstr. 2 Häuser mit 5 Gebäuden abgerissen. Ohne unsere Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht wären es doppelt so viele Häuser gewesen. Trotzdem mussten mehr als 100 Menschen ausziehen und vor allem Familien mit Kindern fanden in Berlin keine bezahlbare Wohnung mehr.
Sollte die A100 weiter gebaut werden, müssten noch deutlich mehr Menschen aus ihren Wohnungen verdrängt werden.

Die Stadtautobahn A100 schaffte eine Schneise von Armut und Verslummung mitten durch die Stadt
Das TOPOS-Institut hat die sozialen Auswirkungen von Stadtautobahnen wissenschaftlich untersucht.
Die Ergebnisse in Kurzform:
Je näher die Wohngebäude an der Stadtautobahn stehen, umso schlechter ist ihr Erhaltungszustand. Außerdem fehlen in mehr als der Hälfe der Wohnungen Lärmschutzfenster. Trotzdem sind die Mieten auch direkt an der Stadtautobahn nicht besonders niedrig.
Dafür ist die Arbeitslosigkeit fast doppelt so hoch wie in Wohngebieten ohne Autobahn vor der Haustür. Die an der Stadtautobahn wohnenden Menschen, die nicht arbeitslos sind, haben deutlich geringere Einkommen beziehungsweise niedrigere Renten. Sie haben ein um fast 50 Prozent höheres Armutsrisiko. Und sie besitzen oft selbst kein Auto und können es sich nicht leisten, wegzuziehen.

Die für den Ausbau der Stadtautobahn A100 reservierten Flächen werden jahrzehntelang volkswirtschaftlich nicht sinnvoll genutzt. Man kann dort z.B. preisgünstige Wohnungen bauen.
Das Land Berlin verzichtet dadurch jedes Jahr auf Einnahmen in Millionenhöhe. Nach Berechnungen des ium-Instituts für Urbane Mobilität kann man an Stelle der Autobahn ca. 8.800 Wohnungen für bis zu 22.000 Menschen bauen, innenstadtnah, gut angebunden an den öffentlichen Nahverkehr und trotzdem bezahlbar.

Flächenverbrauch und Grundstückskosten der A100

4 Gedanken zu „Argumente gegen A100“

  1. Hallo ,ich kann die ganze Hysterie nicht mehr verstehen. Ich bin im Außendienst tätig und fahre täglich durch die Stadt. Seid doch froh das durch den Neubau des Teilstücks in den Wohnstraßen weniger Verkehr sein wird. Fahrradwege sind doch vorhanden ,diese werden jedoch von einigen nicht genutzt , warum auch immer. Wir leben nun mal in einer Stadt wo wir die Straßen nicht einfach breiter machen können und eine wirkliche intelligente Verkehrsplanung kann man von unserem jetztigen
    Senat nicht erwarten.

    1. …..ist schon klar, Autobahnbau schafft Arbeitsplätze und bringt verkehrliche „Entlastung“,
      …und Zitronenfalter falten Zitronen.

      Friedensreich Hundertwasser sprach einmal zu recht:
      „Du sollst nicht töten. Doch wir sterilisieren alles Leben mit Gift und Beton“

      Hans Jochen Vogel, ehemaliger Bürgermeister von München sagte wohl Anfang der 70er Jahre ganz zutreffend:
      „wer Straßen sät, wird Verkehr ernten“. oder „das Auto mordet unsere Städte“

      ….sie bezeichnen es also als „Hysterie“ wenn wie hier im Fall der A100-16. Abschnitt sich die Anwohner_innen dagegen wehren dass viele Kleingärten und Naturräume und bis jetzt zwei Wohnhäuser mit mehreren Hundert Wohnungen dem Autobahnbau zum Opfer fallen. Die Mieter_innen der zwei Wohnhäuser, die für den Autobahnbau ausziehen mussten, warten bis heute auf ihre versprochene „Entschädigung“

      Das ganze nur dafür, dass der Stau dann nicht mehr in Neukölln endet sondern am Treptower Park.
      Anwohner_innen sind zurecht darüber empört, das es offenbar kein Problem ist, wenn die Geplanten Baukosten der A100-16.Bauabschnitt von mal geplanten um die 320 Mio. € auf mittlerweile über 600mio.€, Ende offen, steigen. Anderseits müssen die Mieter_innen auf der östlichen Seite der Autobahntrasse schon seit Jahren um einen angemessenden „Schallschutz“ für ihren Wohnhäuser kämpfen, der ihnen mit nicht nachvollziebaren Gründen verweigert wird.

      Ein Weiterbau der A100-17.Abschnitt von der Anschlussstelle am Treptower Park bis zur Storkower Straße würde den Stau nur einfach weiter bis an das Autobahnende verschieben.
      Ein Ringschluss der A100 ist völlig unrealistisch, schon aufgrund der Stadtstruktur und den Kosten. Es sei denn man will, wie in den 60er-und 70er Jahren ganze Straßenzüge mit Tausenden von Wohnungen abreissen. Ich gehe auch mal davon, dass sich der Ringschluss der A100 politisch nicht durchsetzen wird.

      Aufgrund der Tatsache, dass der 17.Abschnitt durch dichtbesiedelte Stadtgebiete führt, und Bautechnisch sehr Aufwändig ist, werden die geplanten Baukosten die Milliardengrenze mit Sicherheit übersteigen.

      Wir reden hier von einem „Doppelstock-Tunnel“ unter der Gürtel Straße, der fast genauso breit ist wie die Straße selber. Dass heisst das hier eventuell die gesamte Technische Infrastruktur der Straße ausgebaut werden müsste, Die Anwohner_innen müssten wohlmöglich für Jahre aus ihren Wohnungen ausziehen. Wie das ganze überhaupt umgesetzt werden soll weiß keiner.

      Und das Autobahnen die Wohnstraßen vom Verkehr „entlasten“ ist schon vielen Bereichen der Stadt widerlegt worden.
      Beispielsweise die Silberstein Straße, die ja angeblich von Durchgangsverkehr durch den Bau der A100-14.Abschnitt „entlastet“ werden sollte.
      Die Silberstein Straße gehört heute zu den Straßen mit der höchsten Feinstaub-und Stickoxidbelastung in Berlin.

      Ihnen ist schon bekannt, dass Radwege nicht benutzt werden müssen, wenn sie „entwidmet“ sind. Dass heisst wenn sie nicht mit einem blauen Radwegschild ausgeschildert sind.
      Manche „Radwege“ sind in einem so erbärmlichen Zustand, dass es fast schon „Lebensgefährlich“ sein würde diese zu benutzen.

      Ihren vorletzte Aussage könnte man auch so interpretieren, dass man in einem begrenzten Stadtraum nicht beliebig viele Straßen bauen kann.

      „intelligente Verkehrsplanung“ mit Grundlagen aus den 50er, bis in die 70er Jahre und mit dem Leitbild einer „Autogerechten Stadt“ ist mit sicherheit nicht „intelligent“

  2. Ich als Kraftfahrer(Lebensmittel die jeder täglich kauft) stehe in Berlin täglich im Stau!
    Die Verlängerung ist genau richtig um Verkehrsstaus zu minimieren, außerdem wird der Verkehr auf diesen Autobahnen in Zukunft durch e-Mobilität auch komplett emissionsfrei und leise von statten gehen. Die Autobahn ist für alle Autofahrer und Berufskraftfahrer ein Segen.

  3. Wenn die dringend nötige Verkehrs Wende ernsthaft umgesetzt werden soll, brauchen wir keine Stadt-Autobahnen, sondern Fahrrad-Wege, Straßen-Bahnen und gute Luft. Für mich ist die Stadt-Autobahn rückwärts gewandte Politik.
    Brigitte Böckmann, Friedrichshain

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