Elsenbrücke: 4 Spuren = mehr Stau + Fußgänger-Schikane

Pressemitteilung Berlin, 7. April 2026

Elsenbrücke: 4 Spuren = mehr Stau + Fußgänger-Schikane

Seit Mitte März ist die Elsenbrücke mit zwei Spuren pro Richtung wieder voll befahrbar. Die Hoffnung auf eine spürbare Verkehrsentlastung hat sich jedoch nicht erfüllt. Stattdessen zeigt sich ein vertrautes Bild: Stop-and-go, Stau und eine dramatisch verschlechterte Situation für Fußgänger. Das Aktionsbündnis A100 stoppen kritisiert die Verkehrspolitik des Senats als rückwärtsgewandt und fordert einen sofortigen Stopp des Autobahnausbaus.

Stau trotz Verdoppelung der Autospuren

Umbau der Elsenbrücke: Stau trotz Verdoppelung der Spuren – Umwege für Fußgänger

Was auf dem Papier wie eine Verbesserung wirkt, entpuppt sich im Alltag als Flaschenhals mit doppelter Kapazität. Die neue Verkehrsführung führt dazu, dass nun doppelt so viele Autos auf der Elsenbrücke im Stau stehen. Die Eröffnung des 16. Bauabschnitts der A100 in Treptow hat die Verkehrsbelastung erhöht – der versprochene Entlastungseffekt bleibt aus. Stattdessen wird der induzierte Verkehr sichtbar: Mehr Straßenkapazität zieht mehr Verkehr an.

Fußgänger werden diskriminiert

Sperrung der Fußgängerquerung an der Kreuzung Stralauer Allee / Alt-Stralau an der Elsenbrücke

Während der Autoverkehr priorisiert wird, müssen Fußgänger deutliche Nachteile hinnehmen. Die direkte Querung an der Kreuzung Stralauer Allee / Elsenbrücke / Alt-Stralau wurde gesperrt. Statt einer Ampelphase sind nun drei separate Ampeln nötig – eine Schikane, die das Bündnis als bewusste Benachteiligung der schwächsten Verkehrsteilnehmer bezeichnet. Die Wege werden länger, die Sicherheit sinkt.

O-Töne von Tobias Trommer, Sprecher des Aktionsbündnisses A100 stoppen:

  1. Von wegen Entlastung: Auch mit zwei Spuren pro Richtung bleibt die Elsenbrücke seit der A100-Eröffnung in Treptow ein Flaschenhals. Der einzige Unterschied zu vorher: Jetzt stehen hier doppelt so viele Autos im Stau.“

  2. Zwei Spuren statt einer – und trotzdem stehen alle im Stau. Die Situation an der Elsenbrücke zeigt: Wer durch die A100-Eröffnung in Treptow neue Straßen sät, erntet mehr Verkehr.“

Eine Entwicklung mit Ansage

Das Aktionsbündnis hatte diese Entwicklung bereits 2010 punktgenau vorhergesagt (siehe Flashmob-Video). Die zusätzliche Autobahnkapazität führt nicht zur Entlastung, sondern zu mehr Lärm, Abgasen und Unfallgefahr in Alt-Treptow und Friedrichshain. Busse und Einsatzfahrzeuge bleiben im Stau stecken.

Forderung des Bündnisses:

  • Sofortiger Stopp des weiteren A100-Ausbaus
  • Priorisierung von Fußverkehr, Radverkehr und ÖPNV
  • Rücknahme der Sperrung der Fußgängerquerung an der Elsenbrücke

Weitere Informationen zur Elsenbrücke in diesem Artikel.

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