PRESSEMITTEILUNG
Tag gegen Lärm 2026: A100-Ausbau gefährdet Gesundheit tausender Berliner – Aktionsbündnis fordert sofortigen Stopp
Berlin, 27. April 2026 – Anlässlich des internationalen „Tages gegen Lärm“ am 29. April warnt das Aktionsbündnis „A100 stoppen“ vor den massiven gesundheitlichen Folgen des Autobahnausbaus in Berlin. Aktuelle Lärmdaten des Senats belegen, dass die A100 bereits heute die Grenzwerte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) massiv überschreitet.
Gleichzeitig ist der durch die Verlängerung der A100 entstandene neue Lärm-Hotspot in Treptow in den offiziellen Karten noch nicht erfasst.
„Die aktuellen Lärmkarten belegen eindeutig, was Anwohner seit Jahren erleben: Die A100 ist eine der größten Lärmquellen Berlins und macht Menschen krank“, sagt Tobias Trommer, Sprecher des Aktionsbündnisses A100 stoppen.
Autobahnlärm deutlich über Gesundheitsgrenzen
Die strategischen Lärmkarten 2022 zeigen eine massive Dauerbelastung entlang der Stadtautobahnen. Am 24-Stunden-Lärmindex (L_DEN) werden an der A100 Werte von deutlich über 75 dB(A) erreicht. Damit liegen sie weit über den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation, die zur Vermeidung gesundheitlicher Schäden einen Grenzwert von 53 dB(A) empfiehlt.

Auch nachts bleibt die Belastung extrem hoch: Entlang der Trasse sind große Teile der Wohnbebauung Pegeln von 60 bis 70 dB(A) ausgesetzt – und das jede Nacht. Bereits Werte über 50 dB(A) gelten als gesundheitlich kritisch.
Weiterführende Infos und Lärmkarten hier
Neuer Lärm-Hotspot in Treptow noch nicht erfasst
Die offiziellen Karten basieren auf Daten aus dem Jahr 2022. Der Lärmzuwachs durch die inzwischen eröffnete Verlängerung der A100 bis nach Treptow ist darin noch nicht enthalten.
Seit der Inbetriebnahme konzentriert sich der Verkehr am Autobahnende im Bereich Elsenstraße und Elsenbrücke. Das dortige Straßennetz ist an der Belastungsgrenze, wodurch zusätzlicher Lärm ungefiltert in angrenzende Wohngebiete getragen wird.
„Was die Karten nicht zeigen, ist die Realität vor Ort: In Treptow hat sich die Lärmsituation seit der A100-Eröffnung drastisch verschärft. Die Menschen dort zahlen den Preis für eine verfehlte Verkehrspolitik“, so Tobias Trommer.
Lärm mit gravierenden gesundheitlichen Folgen
Die Auswirkungen von Verkehrslärm auf die Gesundheit sind umfassend belegt. Dauerhafte Belastung erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck und Herzinfarkt. Gleichzeitig führt Lärm zu Schlafstörungen, Stress und psychischen Belastungen.
Kinder sind besonders betroffen: Studien zeigen negative Auswirkungen auf Konzentration, Lernen und Sprachentwicklung.
Weiterbau der A100 würde tausende weitere Menschen belasten
Das Aktionsbündnis fordert, den Ausbau der A100 zu stoppen und warnt eindringlich vor den Folgen eines Weiterbaus der A100 in Richtung Friedrichshain und Lichtenberg. In dicht besiedelten Stadtteilen würden tausende zusätzliche Anwohner von erheblichem Verkehrslärm betroffen sein.
Der Ausbau der A100 ist angesichts der bekannten gesundheitlichen Risiken nicht vertretbar.
Hintergrund
Die „Strategischen Lärmkarten 2022“ wurden nach dem EU-weit einheitlichen Berechnungsmodell CNOSSOS-EU erstellt und bilden die Grundlage für die Lärmbewertung in Berlin. Sie erfassen unter anderem den 24-Stunden-Lärmindex (L_DEN), der Abend- und Nachtstunden stärker gewichtet, sowie den Nachtlärmindex (L_N) für den Zeitraum von 22 bis 6 Uhr.
