Solidarität mit dem Dannenröder Forst!, A100stoppen! #Danni bleibt!

Redebeitrag von Inge Lechner, aktiv bei A100stoppen und Changing Cities bei der Fahrraddemo am 28.11.2020 in Berlin

Letztes Wochenende war ich im Dannenröder Forst, der Baustelle der A49. Ich wusste, dass ich schockiert sein würde. Tausende Polizisten schützen dort die Zerstörung eines alten Waldes gegen die Proteste einer breiten Schicht der Bevölkerung. Ganz überwiegend friedliche, kreative und vor allem legitime Aktionen werden mit hohem Droh- und Bewaffnungspotential und Risiko für die Demonstrierenden geräumt. Ökonomische Interessen einzelner Firmen werden über unser aller Lebensgrundlagen, über Natur und Zukunftsperspektiven gestellt. Recht und Gesetz wird so lange verdreht, bis es für diese Interessen passt. 

Und all das gab und gibt es auch hier, direkt vor unserer Haustür, dem fast fertigen 16. und dem geplanten 17. Bauabschnitt der A100. Und deshalb fordern wir: 

A100stoppen, Berlin bleibt – Verkehrswende jetzt!

Klimakrise ist Fakt. Die Notwendigkeit der Reduktion von Treibhausgasen ist Fakt. Auf einer Autobahn kann keine Verkehrswende stattfinden, das ist das Wesen einer Autobahn. Der motorisierte Individual-Verkehr verbraucht viel zu viel Platz, verstopft und vergiftet unsere Innenstädte. 
Der enorme Flächenverbrauch führt zu einer indirekten Verteuerung von Wohnraum durch Verknappung der Fläche. Die Vorhalteflächen des 17. Bauabschnitts blockieren seit vielen Jahren nachhaltige Stadtentwicklung, es können immer noch keine Wohnungen auf dem Areal gebaut werden. Nein, es sollen dort stattdessen Autos durchfahren, denn eine Autobahn dient im Wesentlichen dem Durchgangsverkehr, das ist das Wesen einer Autobahn. Dafür sollen Häuser weichen und eine Schneise der Verwüstung durch dichtbesiedelte Wohngebiete geschlagen werden! Dafür wird enorm viel Fläche versiegelt, der Boden geht verloren. 
Und wie wir jetzt wissen, werden nicht einmal angemessene Schutzmaßnahmen im Interesse der betroffenen Anwohner*innen durchgeführt. Das war bisher so – und wird bei zukünftigen Maßnahmen vermutlich genauso sein – im Interesse der Allgemeinheit? Wenn es denn so wäre…

Wir fragen:

Auch wenn laut Koalitionsvertrag bis 2021 die Planungen zum 17. Bauabschnitt auf Eis gelegt wurden, sei die Frage erlaubt:
Wie rechtfertigen Sie, Herr Staatsekretär Streese, Frau Verkehrssenatorin Günther und Herr Bürgermeister Müller, einen derart anachronistischen Bau angesichts der Klimakrise, der Wohnungskrise, der Gesundheitskrise? Das damit verbundene Leid, Verlust von Leben und unbezahlbaren natürlichen Ressourcen – und die immensen Kosten für die Gesellschaft? Damit, dass er „geschenkt“ ist? Das ist ein vergiftetes Geschenk und jede*r kann erkennen, wer es uns schickt. Die Autoindustrie und ihre fossilen Zulieferer, die nicht zugeben können, dass weitere Gewinne für sie den weiteren Verlust von Zukunft und Leben für alle bedeuten. 
Herrn Verkehrsminister Scheuer fragen wir nicht, Antworten hat er für uns keine – und wenn doch einmal, nimmt er sie zurück.  
Es ist nicht leicht, die Hoffnung auf eine umweltgerechte und menschenfreundliche Verkehrswende zu behalten, wenn man die Geschichte der A100 betrachtet – aber es sind Erfolge erkämpft worden! Und vor allem: Aufgeben ist nicht. Es ist auch unser Land und das zukünftiger Generationen, lasst es uns nutzen und schützen! Auf geht’s, ab geht’s, für Klimagerechtigkeit, Autobahnen zu Radwegen und 

Hopp-hopp-hopp – A100stopp!

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