Wegen A100-Ausbau gekündigte Kleingärten in Neukölln

Folgende Anzahl von Parzellen in 9 unterschiedlichen Kleingarten-Kolonien sind zum 30.11.2010 gekündigt worden:

–  Sommerfreude, Neuköllnische Allee 26, 22 Parzellen
– Weißer Stern, Sonnenallee 259, 35 Parzellen
– Treue Seele, Aronsstr. 82B, 68 Parzellen
– Alt Ruhleben II, Aronsstr. 82A, 23 Parzellen
– Heinrichs Ruh, Aronsstr. 46A, 7 Parzellen
– Schmidts Ruh, Dieselstr. 27, 31 Parzellen
– Zur Rose, Dieselstr. 26, 5 Parzellen
– Alt Ruhleben I, Dieselstr. 22, 56 Parzellen
– Stadtbär, Dieselstr. 34, 67 Parzellen

Insgesamt wurden 314 Kleingärten auf 12,5 Hektar gekündigt. Einige Kolonien werden nur teilweise geräumt. Die Kündigungen sind an sich rechtswidrig, da sie auf Grundlage des §9, Abs.1, Nr. 6a des Bundeskleingartengesetz ausgesprochen wurden. Dieser setzt aber einen Planfeststellungsbeschluss zur Zeit der Kündigung voraus, der zum Zeitpunkt der Kündigung nicht vorlag. Außerdem müsste nach Gesetzestext alsbald die Fläche benötigt werden. Nach derzeitigem Stand ist der Baubeginn noch nicht abzusehen, da die Gelder für das Jahr 2013 noch nicht bereitgestellt wurden. Somit ist diese Voraussetzung für die Kündigung auch nicht erfüllt.

Für die A100 müssten ca. 450 hochstämmige Bäume gefällt werden, die meisten davon stehen auf der Grundfläche der Kleingärten. Wenn die Kleingärten erst einmal gekündigt sind, besteht die Gefahr, dass auch bei Nichtbau der A100 die Fläche nicht mehr für Kleingärten oder als Grünfläche verwendet wird. Möglicherweise kommt dann ein neues Gewerbegebiet auf dieses Gelände.

6 Gedanken zu „Wegen A100-Ausbau gekündigte Kleingärten in Neukölln“

  1. Hallo Liebe Kleingartenfreunde,

    ich bin Fotograf und suche für ein Seminarprojekt leute die dort gewohnt haben. Wenn Ihr interesse habt schaut doch bitte auf meine Website und meldet euch bei mir.

  2. Wir beobachten seit der Räumung der Kolonien von einem der Nachbargelände die Zustände dort. Unverständlich das Ganze. Auch wenn wir keine Kleingärtner sind, sind wir auch von dem A100 Bau betroffen. Unser Verpächter hat die Vertragslaufzeiten schon extrem gekürzt… ich denke bis Ende des Jahres sind alle Gebäude ein großer Trümmerhaufen, und unser Wochenendhobby Geschichte. Füchse, wilde Katzen und Vögel haben sich zum großen Teil schon ein neues Revier gesucht- wir fragen uns- wo sind die Tiere wohl hin?
    Ich hoffe, das Projekt stirbt, und die ehemaligen Kolonien landen in guten Händen, die ein grünes Däumchen haben.
    Traurige Grüße Melli

  3. Es könnte so schön dort sein. Dass schon so viel zerstört wurde auf dümmste brutalste Weise war unnötig und absolut respektlos gegenüber den Leuten die noch bis 2010 da mit aller Liebe und Sorgfalt ihre Nestlein gepflegt haben. Doch wäre es noch möglich die Bremse zu ziehen um die in der Stadt ehr außergewöhnliche Flora und Fauna zu bewahren, und wieder Menschen die Möglichkeit zu lassen, es sich dort gemütlich zu machen. Menschen die den Boden und die noch stehenden Gebäude mit Respekt zurück instandsetzen würden. Menschen die sich darum sorgen, dass die Brandstiftungen und andere Arten der Zerstörung aufhören, den Tieren wieder ein ruhiges zu Hause gegeben wird. Menschen, die sich bereit erklären, den Müll aufzuräumen, und wegzuschaffen, aus dem Obst Kuchen zu backen, die Regenrinnen reparieren, um wieder Wasser für neue Pflanzen zu gewinnen, Menschen die diese wunderschönen Gärtchen wieder zu Orten machen würden an denen mensch sich zu Hause fühlt.
    Wer braucht schon diese Autobahn, Investition in das öffentliche schon bestehende Nahverkehrsnetz sehe ich als viel sinnvoller, wer wird in 20 Jahren noch so absurd alleine in seinem eigenen Auto über die Autobahn fahren..wer kann sich das leisten, und wo soll der Sprit herkommen. Diese Autobahn würde vielleicht zur Skate und Fahrradbahn letztendlich…auch nicht schlecht, aber nicht wirklich nötig.
    Und wenn die Autobahn nun doch nicht gebaut wird, soll wirklich dieses schöne Naturfleckchen einem Industrieklotz weichen? Wie absurd wäre das? Dafür muss es doch auch Alternativstandorte zu geben!
    Bitte lasst die Schrebergärten stehen, ich bin einer der Menschen der sich mit Liebe drum kümmern würde. Und von denen gibt es sehr viele, die sich sicher gerne zusammenschließen, und gemeinsam Zeit und Energie dort hinein investieren wollen würden.

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