Es steht eine historische Entscheidung an: Der SPD-Parteitag entscheidet am 26. Juni über die A100. Planung für den Ringschluss der Berliner Stadtautobahn A100
Mit dem 16. Bauabschnitt der A100 würde der Auftakt für einen neuen Autobahnring durch Ost-Berlin entlang der Ringbahn geschaffen – momentan quert die Autobahn 111/100/113 die gesamte Stadt und kann als fertig gestellt betrachtet werden. Alle wissen – einmal begonnen wird sich die neue Autobahn durch den gesamten Ostteil der Stadt fressen. Die zerstörerische Wirkung kann man rund um die bestehende Stadtautobahn studieren. Dort sind für große Stadtbereiche die Aufenthalts- und Lebensqualität gleich null – wer möchte schon an einer Autobahn wohnen? Für die Ostberliner Wohnbezirke wäre das nicht vorstellbar. Es gibt Alternativen zur Autobahn: Preisgünstiger öffentlicher Nahverkehr, gefahrloses Fahrradfahren, autofreie Stadtbereiche und vielleicht eine Stadtstraße mit Radwegen, die die Situation an der Grenzallee für den Autoverkehr etwas entspannt… Neue Autobahnen verleiten dazu, noch (auto)mobiler zu sein und die BVG-Monatskarte gegen den Zündschlüssel einzutauschen. Die Prognosen der Zunahme des Autoverkehrs durch den Neubau sind erschreckend. Allein über die Treptower Elsenbrücke würden sich täglich zusätzlich 12.000 Fahrzeuge quälen. Bereits im nächsten Jahr soll der Bau eines zweistöckigen Autobahntunnels unter den neuen Gleisen des Ostkreuzes begonnen werden – Kosten: 16 Mio. Euro. Die Planungen der Autobahn über Frankfurter Allee bis zur Storkower Straße bestehen bereits. Brauchen wir die Autobahn? Die Autobahn soll einem bestimmten wirtschaftlichen Aufschwung dienen. Doch haben die Bewohner der Stadt nicht mitzubestimmen, in welche Richtung sich ihr Lebensumfeld entwickelt? Der Ostteil der Stadt hätte gute Chancen, ohne Autobahnmoloch (oder gerade deshalb) eine modellhaft nachhaltige Zukunftsgestaltung zu erwarten. Fest steht: Weder der Bedarf nach einem Ostberliner Autobahnring besteht oder wird prognostiziert, noch sollte es Ziel der Klima- und Stadtpolitik sein, sechsspurige Autobahnen durch Städte zu bauen, wie man es in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts gemacht hat. Nur weil der Bund bereit ist, eine halbe Milliarde Euro in Berlin zu investieren, sollte man nicht in blinden Aktionismus verfallen und die Stadt zerstören! Am 26. Juni für eine ökologische Stadtentwicklung und gegen die Verschwendung von Steuermitteln!
Kiezidyll statt Autobahn, Infoblatt zum Flashmob:
Kiezidyll statt Autobahn, wir lassen uns nicht überrollen! Sollte die Autobahn A100 von Neukölln nach Treptow verlängert werden, würde eine Blechlawine auf mehrere Friedrichshainer Kieze zurollen. Zu dieser Schlussfolgerung gelangt, wer sich die Änderungen der Planfeststellungsunterlagen Ende 2009 anschaut: Zunahme der Verkehrsbelastung bei Fertigstellung des 16. Bauabschnitts der Stadtautobahn A100 nach Berlin-Treptow (Zum Vergrößern auf das Bild klicken) Zunahme der Verkehrsbelastung, wenn die A 100 bis Treptow gebaut würde 12.800 zusätzliche Autos und LKWs, die dann täglich über die Elsenbrücke fahren, können sich ja nicht in Luft auflösen. Beispielsweise muss auf der Modersohnstraße, an der sich unmittelbar zwei Schulen und eine Kita befinden, mit zusätzlich 3200 Fahrzeugen gerechnet werden und aus +100 Fahrzeugen auf der Warschauer Straße wurden auf einmal +2600. Neben der deutlichen Erhöhung der Lärm- und Abgaswerte käme es damit auch zu einer erheblichen Steigerung der Unfallzahlen. Insbesondere der Ort des heutigen Protests, die Kreuzung Warschauer Straße/Oberbaumbrücke, wäre sehr stark vom zusätzlichen Verkehr von der bereits jetzt stark belasteten und später dann überlasteten Elsenbrücke betroffen. Die Kreuzung gehört aktuell zu den zehn unfallträchtigsten in Berlin und würde vor allem durch die Erhöhung des LKW-Aufkommens durch die Innenstadt noch unsicherer werden. Wie ist der derzeitige Stand? Am 26.6. stimmt die Berliner SPD ein weiteres Mal auf ihrem Parteitag über den Weiterbau der A100 ab. Nach dem negativen Votum im letzten Jahr, wollen Frau Junge-Reyer und Herr Wowereit diesmal ein positives Abstimmungsergebnis erzwingen. Sie meinen, neueste Informationen sprechen für den Bau. Aber das Gegenteil ist der Fall. Bis auf die verkehrliche Mehrbelastung in Friedrichshain waren alle grundlegenden Fakten schon vor einem Jahr bekannt. Soll die SPD so lange abstimmen, bis das Ergebnis bestimmten Leuten genehm ist??? Wir fordern: Stopp A100 !
A100 stoppen! Flashmobben!
Komm am Sonntag 20. Juni 2010 zur Kreuzung Oberbaumbrücke/ Warschauer Str. (Berlin-Friedrichshain)
Stadtautobahn A100 nach Treptow heißt Blechlawine in Friedrichshain. Stau, Dreck und Unfälle? NEIN! Kiezgefühl oder Stadtautobahn? Wir lassen uns nicht überrollen! Kein Autobahn-Stadtring Ost!
15 Uhr Transpis machen, verkleiden
Zeige, wozu der Ausbau der A100 führt! Z.B. mit Bandagen oder blutigen Bannern. Stoffe und Farben sind da. Bring bitte alles andere selber mit...
16 Uhr Flashmob gegen den Ausbau der Stadtautobahn A 100
* Spaziere unauffällig herum
* Es ertönt ein Hornsignal
* Geh dann auf die Kreuzung und setze oder leg dich hin
* Zeig, was die Stadtautobahn für dich bedeutet
* Beim Signal 5 Minuten später: runter von der Kreuzung als wäre nichts geschehen oder komm zum kleinen Park an der Ecke.
http://a100stoppen.wordpress.com/.