Kein Autobahnring Ost!

Es steht eine historische Entscheidung an: Der SPD-Parteitag entscheidet am 26. Juni 2010 über die A100.

Planung für den Ringschluss der Berliner Stadtautobahn A100Mit dem 16. Bauabschnitt der A100 würde der Auftakt für einen neuen Autobahnring durch Ost-Berlin entlang der Ringbahn geschaffen – momentan quert die Autobahn 111/100/113 die gesamte Stadt und kann als fertig gestellt betrachtet werden. Alle wissen – einmal begonnen wird sich die neue Autobahn durch den gesamten Ostteil der Stadt fressen. Die zerstörerische Wirkung kann man rund um die bestehende Stadtautobahn studieren. Dort sind für große Stadtbereiche die Aufenthalts- und Lebensqualität gleich null – wer möchte schon an einer Autobahn wohnen? Für die Ostberliner Wohnbezirke wäre das nicht vorstellbar.

Es gibt Alternativen zur Autobahn:

Preisgünstiger öffentlicher Nahverkehr, gefahrloses Fahrradfahren, autofreie Stadtbereiche und vielleicht eine Stadtstraße mit Radwegen, die die Situation an der Grenzallee für den Autoverkehr etwas entspannt…
Neue Autobahnen verleiten dazu, noch (auto)mobiler zu sein und die BVG-Monatskarte gegen den Zündschlüssel einzutauschen. Die Prognosen der Zunahme des Autoverkehrs durch den Neubau sind erschreckend. Allein über die Treptower Elsenbrücke würden sich täglich zusätzlich 12.000 Fahrzeuge quälen. Bereits im nächsten Jahr soll der Bau eines zweistöckigen Autobahntunnels unter den neuen Gleisen des Ostkreuzes begonnen werden – Kosten: 16 Mio. Euro. Die Planungen der Autobahn über Frankfurter Allee bis zur Storkower Straße bestehen bereits.

Brauchen wir die Autobahn?

Die Autobahn soll einem bestimmten wirtschaftlichen Aufschwung dienen. Doch haben die Bewohner der Stadt nicht mitzubestimmen, in welche Richtung sich ihr Lebensumfeld entwickelt? Der Ostteil der Stadt hätte gute Chancen, ohne Autobahnmoloch (oder gerade deshalb) eine modellhaft nachhaltige Zukunftsgestaltung zu erwarten. Fest steht: Weder der Bedarf nach einem Ostberliner Autobahnring besteht oder wird prognostiziert, noch sollte es Ziel der Klima- und Stadtpolitik sein, sechsspurige Autobahnen durch Städte zu bauen, wie man es in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts gemacht hat. Nur weil der Bund bereit ist, eine halbe Milliarde Euro in Berlin zu investieren, sollte man nicht in blinden Aktionismus verfallen und die Stadt zerstören!

Am 26. Juni 2010 für eine ökologische Stadtentwicklung und gegen die Verschwendung von Steuermitteln!

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