Neuer Amphibienbericht schlägt Alarm: A100-Bau forciert Artensterben – Aktionsbündnis fordert sofortigen Stopp des 17. Bauabschnitts und Rettung von Lebensräumen


Pressemitteilung
Berlin, 9. Oktober 2026 – Anlässlich des gestern erschienenen Amphibienberichts der Stiftung Naturschutz Berlin fordert das Aktionsbündnis A100 stoppen den unverzüglichen Stopp der Planungen für den 17. Bauabschnitt der Stadtautobahn A100. Der Bericht belegt ein dramatisches Artensterben in der Hauptstadt: Die Bestände von Fröschen, Kröten und Molchen sind um fast drei Viertel zurückgegangen. Das Aktionsbündnis macht die Zerstörung innerstädtischer Grünstrukturen – insbesondere den Bau der A100 – für diese Entwicklung mitverantwortlich und zeigt konkrete Alternativen für den Artenschutz auf.

Der Bericht hebt hervor, dass Kleingartenanlagen (KGA) trotz ihres geringen Anteils an der Stadtfläche (3 %) unersetzliche Lebensräume bieten: Rund 16 % aller Amphibiennachweise stammen aus diesen naturnahen Rückzugsräumen. Bereits beim Bau des 16. Bauabschnitts (Neukölln bis Treptow) wurden 314 Kleingartenparzellen auf 12,5 Hektar sowie hunderte Bäume vernichtet und zum großen Teil dauerhaft versiegelt – wertvolle Biotope für Teichmolche, Erdkröten und seltene Knoblauchkröten gingen verloren.

Ein Weiterbau der A100 im 17. Bauabschnitt von Treptow nach Lichtenberg würde verbliebene Rückzugsräume im Bereich zwischen der Scheffelstraße, den Ringbahngleisen und dem Stadtpark Lichtenberg sowie entlang der Grünfläche zwischen der Wilhelm-Guddorf-Straße und dem Bahndamm endgültig zerschneiden.

Tobias Trommer, Sprecher des Aktionsbündnisses A100 stoppen:
„Der neue Amphibienbericht bestätigt auf erschreckende Weise, was wir schon 2011 bei den Räumungen der Neuköllner Kleingärten mit eigenen Augen sehen mussten: Der Bau der A100 raubt geschützten Arten systematisch das Überleben. Damals haben Engagierte unter Zeitdruck die letzten Teichmolche aus austrocknenden Tümpeln gerettet. Das darf sich nicht wiederholen.“

Vorhalteflächen in grüne Oasen verwandeln

Ein Stopp der A100 verhindert nicht nur die weitere Zerstörung sondern die bietet historische Chance, frei werdende A100-Vorhalteflächen gezielt in neue Amphibienlebensräume umzuwandeln:

  1. Vorhaltefläche am Ostkreuz (Markgrafendamm / Südkurve S9): Diese knapp 1 Hektar große Fläche bietet Platz für einen neuen städtischen Amphibienlebensraum. Mit fischfreien Kleinbiotopen, Totholzriegeln und feuchten Schutzzonen könnte hier wieder Leben einziehen.
  2. Ehemaliger Güterbahnhof Lichtenberg: Die Brachflächen grenzen direkt an den Stadtpark Lichtenberg und die naturnahen Bereiche an der Villa Kuriosum. Durch einen Biotopverbund an dieser Stelle entstünde ein geschützter Naturraum, in dem sich Amphibien wieder dauerhaft ausbreiten können.

Appell an die laufenden Sondierungsgespräche

Vor dem Hintergrund der aktuellen Sondierungsgespräche zwischen SPD, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen fordert das Aktionsbündnis die Verhandlungsteams auf, den Baustopp verbindlich zu verankern.

Tobias Trommer, Sprecher des Aktionsbündnisses A100 stoppen:
„SPD, Linke und die Grünen haben vor der Wahl versprochen, den Ausbau der A100 zu stoppen. Jetzt müssen Taten folgen: Der endgültige Ausstieg aus dem 17. Bauabschnitt gehört fest in den Koalitionsvertrag. Die frei werdenden Vorhalteflächen müssen dauerhaft für den Biotopverbund gesichert werden. Wir brauchen keine neuen Asphaltschneisen, sondern grüne Lebensadern für Mensch und Natur.“

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